| Vom Welpen bis zum Zuchthund : | |
| 900,00 € | Kauf des Welpen |
| 50,00 € | Fahrtkosten zum Züchter |
| 100,00 € | Kosten für Leine,Halsband,Fress- und Trinknapf usw. |
| 70,00 € | 2 mal Wiederholungsimpfung |
| 240,00 € | für 2 Jahre Hundesteuer a' 120,00 € |
| 150,00 € | Kosten für Hundeausstellungen |
| 63,00 € | 1. Jahr im Verein mit Anmeldegebühren usw. |
| 30,00 € | 2. Jahr im Verein Jahresbeitrag |
| 50,00 € | Zwingerschutz |
| 60,00 € | Röntgen auf Hüftgelenk-Dysplasie |
| 35,00 € | Röntgenauswertung mit Porto |
| 30,00 € | Untersuchung auf PL und PRA |
| 15,00 € | Zuchttauglichkeit |
| 15,00 € | eventuell Körung |
| 1.350,00 € | Kosten für 15 Monate Futter ( 3,00 € pro Tag) |
| 3.158,00 € | Kosten bis zum Zuchthund |
| Jetzt beginnt die Zucht : | |
| 600,00 € | Kosten für Deckrüde (Decktaxe) |
| 100,00 € | 2 mal Fahrten zum Deckrüden |
| 10,00 € | Muttertier entwurmen |
| 100,00 € | Wurfkiste mit Decken,Tüchern usw. |
| 25,00 € | Wurfabnahme |
| 80,00 € | Papiere für 4 Welpen (mittlerer Wurf) |
| 120,00 € | 4 mal Welpen chippen oder tätowieren |
| 120,00 € | Welpenimpfung beim Tierarzt |
| 200,00 € | Welpenfutter,Vitamine,Mineralien für 2 Monate |
| 250,00 € | Zeitungsanzeigen und Inserate |
| 1.605,00 € | Kosten bis zum Verkauf der Welpen |
| 3.158,00 € | Kosten bis zur Zucht |
| 1.605,00 € | Kosten während der Zucht bis zur Abgabe |
| 4.763,00 € | Gesamtkosten bis zum Verkauf der Welpen |
| In der o.g. Aufstellung ist die Arbeitszeit garnicht mitberechnet ! | |
| Ebensowenig sind eventuell notwendige Arztbesuche (Geburtshilfe, | |
| Kaiserschnitt usw.) berücksichtigt worden ! | |
| Und warum sind Rassehunde so teuer ???? | |
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Labels: ist sie nicht süss, meine kleine schatz.
Der Papillon ist aufgrund seiner Intelligenz und seiner Schnelligkeit sehr gut für "Agility" geeignet. (Ein Papillon ist schon Agility-Vizeweltmeister geworden !)
Da ich immer wieder gefragt werde, was denn "Agility" überhaupt ist, habe ich im Internet gestöbert und bei "You Tube" ein sehr gutes Video darüber gefunden.
Die Erklärungen sind zwar in englisch, aber ich finde, dass man auch ohne englische Sprachkenntnisse versteht, um was es geht.
Labels: Videos, Wissenswert
Über Betrügereien mit reinrassigen Hunden aus dem Ausland
Hunde kann man prima über das Internet kaufen. Man
sieht die Fotos der Hunde bzw. der Welpen, kann den Preis vergleichen und
selbst aus dem Ausland kann man Hunde bestellen. Zum Beispiel aus Kamerun.
Eine interessante Sache für alle, die billig einen reinrassigen Hund kaufen
möchten. Auch wenn es diesen Hund nach der Bezahlung nicht mehr gibt.
Wie so oft werden auch hier reinrassige Hunde beliebter Hunderassen wie Bulldogge,
Shih Tzu oder Chihuahua im Internet angeboten - zu einem komfortablen Preis bis
450 Euro, den man bei einem Züchter nicht unbedingt erwarten kann. Natürlich ist
auch ein nettes Foto des kleines Hundes beigefügt, das dem Liebhaber und
potenziellen Käufer das Herz höher schlagen lässt. In der neuesten Variante der
Inserate findet man sogar Namen von in Deutschland eingetragenen Zwingern bzw.
Züchtern, um den Anschein von Seriosität zu erwecken.
Man nimmt per Mail Kontakt auf und erfährt, dass die Hunde angeblich aus
Kamerun stammen, von einem Züchter sind und nach Deutschland an die Haustür
oder wenigstens bis zum nächsten Flughafen geliefert werden. Bilder werden gern
geschickt und natürlich bei Interesse eine Anzahlung vom "halben Preis" im Voraus.
Gerne zahlt man wegen der nötigen Reservierung dann auch etwas mehr. Wo es doch
so viele Anfragen gibt und angeblich wurden ja auch schon mehrere Welpen nach
Deutschland verkauft.
Eine Anfrage von Snautz.de wurde schnell beantwortet, mit leicht verstelltem
Deutsch. Jawohl, die Hunde sind zu kaufen und zwar kommen diese aus Kamerun
von einem sehr guten Züchter. Gesundheitspapiere, Zertifikate und so weiter alles
okay. Dabei gibt es laut Auskunft der deutschen Botschaft in Kamerun gar keine
Hundezüchter und somit auch keinen Zuchtverein!
Glücklicherweise sind noch genau ein Rüde und eine Hündin da, sodass man bei der
Auswahl des Geschlechts auch das bekommt, was man möchte, sich aber auch
beeilen muss. Später soll die Anzahlung über die Postbank erfolgen, noch später kann
man dies der Einfachheit halber über die Western Union tun. Geht ja auch schneller,
wo doch der liebe Kleine so gut wie im Flugzeug sitzt.
Selbstverständlich muss man vorher noch mitteilen, welcher Flugplatz in der Nähe
ist, damit das liebe Hündchen nach dem anstrengenden Flug keinen weiten Weg in
sein neues Heim hat. Wenn dann angezahlt ist, wird erklärt, dass der Hund umgehend
per Flugzeug kommt. Der Flug mit den Ankunftszeiten wird bekanntgegeben und ab
geht die Hunde-Flugpost.
Leider gibt es da ein kleines unerwartetes Problem. Man erhält eine weitergeleitete
Mail von einem Flughafen in Frankreich. In der Mail wird mitgeteilt, dass der
deutsche Zoll Probleme bei der Einreise des Welpen macht. Oder der französische?
Egal, eine Einfuhrsteuer ist nötig. Diese Steuer ist neu und muss bezahlt werden.
Sofort, sonst sitzt der Hund fest. Die Zollgebühren belaufen sich auf 100 Euro
zusätzlich, welche man aber nicht allein tragen muss: Käufer und Verkäufer teilen
sich die Summe zu jeweils 50 Prozent. Bitte aber erstmal schnell die 100 Euro
überweisen, die 50 Euro werden dann bei der Übergabe des Hundes von der
Restsumme des Kaufpreises abgezogen. Die Zollpreise variieren hier etwas.
Ein anscheinend auf die Naivität des Kunden zugeschnittenes Programm läuft jetzt
ab. So wird mal schnell eine extra Flugversicherung verlangt, 250 bis 350 Euro. Oder
eine Impfung fehlt. Der Vetärinär des Flughafens berechnet da auch mal eben 350
Euro. Kein Problem, wird alles vom Restkaufpreis abgezogen oder zurückgezahlt.
Der Welpe ist ja auch schon bis nach Frankreich gekommen. Sonst wird der Hund auf
dem Flughafen eingezogen und ins Tierheim gebracht. Und da man seinen neuen
Liebling retten muss, die ganze Familie oder auch Freunde von dem freudigen
Ereignis bereits informiert sind, schiebt man nochmals Geld nach.
Selbstverständlich haben die Verkäufer umgehend versucht, den Käufer telefonisch
zu kontaktieren, aber leider lässt sich aus Kamerun keine Verbindung herstellen.
Umgedreht geht auch nichts. So wie vorher schon. Deshalb alles schnell per Mail und
Western Union. Jetzt endlich geht es weiter. Der Hund kommt ja nun mit der
nächsten Maschine. Was er natürlich nicht tut.
Sollten Sie in der nächsten Zeit traurige Menschen mit Hundekörbchen auf dem
Terminal warten sehen, es muss sich nicht unbedingt um einen armen Hund aus der
Tierhilfe handeln...
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Leider ist es nicht ganz so einfach Hunde gesund und artgerecht zu füttern.
Was Sie über Trockenfutter wissen sollten
Die Basis von den meisten Trockenfuttern ist meist Getreide, der zugleich als billiger „Füllstoff“ dient, um den geringen Fleischanteil zu kompensieren. Die Industrie will uns glauben machen, das der Hund ein „Allesfresser“ ist, was aber nicht stimmt. Hunde gehören zu den Fleischfressern. Auch nach Jahrtausenden konnte man ihre uralten Nahrungsgewohnheiten nicht einfach nach Menschenbelieben wegzüchten.
Der Hund kann das Trockenfutter nur zu 30 bis 40% im Magen- Darmtrakt verwerten, also anders gesagt, 60 bis 70% der Menge Trockenfutter wird hinten wieder unverdaut ausgeschieden, das sind dann belastende Stoffe, die zu nichts anderem gut sind.
Aus den Hauptbestandteilen von den meisten Trockenfuttern, wie Getreide, Tiermehl, Pflanzenmehl und Fette wird ein dickflüssiger Brei hergestellt, wo dann noch Farb-, Lock-, und Konservierungsstoffe aus der Chemieküche, hinzu kommen. Ohne diese Chemiekeule würde der Hund das nicht fressen. Unter Anwendung von sehr hohem Druck (bis 300 bar), wird dieser Brei wird dann durch einen formgebenden Extruder gepresst, wobei jede gewünschte Form heraus kommen kann. Getrocknet wird dann mit bis zu 400 Grad Celsius, bis nur noch eine Restfeuchtigkeit von 4 bis 6% in den so erzeugten Pellets übrig bleibt.
Bei einer Erhitzung von bis zu 400 Grad Celsius werden alle natürlichen Vitamine und Mineralstoffe abgetötet, so dass die dann in künstlicher Form wieder zugesetzt werden müssen.
Auf Nahrung kann ein Hund zwar bis zu drei Wochen auf Nahrung zu verzichten, aber ein Wassermangel ab 10% kann bereits tödlich sein! Aber bei der Ernährung mit Trockenfutter trocknet der Hund permanent aus, weil das Futter im Magen, wie ein Schwamm, sämtliche Flüssigkeit aufsaugt. Krankheiten und Störungen der inneren Organe, insbesondere der Nieren, die nicht mehr ausreichend gespült werden, sind die Folgen dieser Austrocknung („Dehydrierung“ ), weil das Wasser über den Magen-Darmtrakt umgeleitet und ausgeschieden wird. Das seit Jahren die Zahl der Nierenschäden bei Hunden ständig zunimmt ist von daher nicht verwunderlich.
Was Sie bei einem Dosenfutter beachten sollten.
Oftmals steht auf dem Dosenfutter aus "Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen (mind. 4%)" Aber was sind dann die restlichen 96%? Auch ist meist ein sehr hoher Getreideanteil oder pflanzliche Nebenerzeugnisse in dem Dosenfutter enthalten. Daher sollte ein artgerechtes, gesundes und hochwertiges Feuchtfutter für Ihren Hund bis zu 70% Fleischanteil haben. Das Fleisch sollte genau deklariert sein, d. h. von welchem Tier und von welchem Stück. Es sollten keine Konservierung-, Farb- oder Lockstoffe im Futter enthalten sein.
Diese Sachen gehören nicht in ein Hundefutter
Soja, Weizen, Mais Sind laut wissenschaftlichen Untersuchungen die Auslöser unterschiedlicher Allergien. Das zeigt sich oft aber nicht nur durch körperliche Symptome wie Juckreiz oder stumpfes Fell, sondern es sind so genannte „Cerebral-Allergien“, die im Hirn des Hundes Fehlfunktionen auslösen können. Ins Futter kommen in vielen Fällen die höchstens Abfallprodukte dieser Getreidesorten. Maismehl kann auch der gemahlene ganze Maiskolben sein!
Tierische Fette Eine US-Studie ergab eine erhöhte Krebsgefahr sowie die Zunahme von Tumoren und Herzproblemen. Des Weiteren werden oft Abfallprodukte wie altes Frittierfett, als "wertvolles Fett" verarbeitet. Der Dioxinskandal in Belgien wurde durch eben solches, verunreinigtes Fett das dem Futter zugefügt wurde ausgelöst. Die meisten "Tierkörperbeseitiger" in Holland, Belgien und Deutschland haben als zweiten Gewerbezweig die Fettherstellung. Neuste Untersuchungen in der Schweiz kamen zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der "Futterfette" mit Mineralöl verseucht ist.
Mais-, Weizen- und Reisgluten Klebriger,eiweißhaltiger Rest aus der industriellen Verarbeitung. Hält Giftstoffe im Körper fest, so dass diese nicht sofort auf natürliche Art ausgeschieden werden können (Durchfall verhindern) Resultat ist eine Überfunktion von Nieren und Leber, da diese Stoffe ständig abgebaut werden müssen.
Fleischmehl Soweit nicht näher bezeichnetes "Fleisch" in den Produkten verwendet wird, stammt dieses oft von Abdeckern. Schlachtabfälle von Schweinen die ebenfalls bei der Herstellung von Futtermitteln verwendet werden, sind in vielen Fällen mit Wachstumshormonen und Antibiotikarückständen belastet. Deren Einsatz im Futter zwar in vielen Länder verboten ist, aber dafür über die Injektion immer noch in die Tiere gelangt. So wird die Spritze zur Futterergänzung.
Tierische Nebenerzeugnisse Es können enthalten sein: Hirn, Lunge, Nieren, Blut, Knochen, Wolle, Hörner, Gewebe, Sehnen, Haut, Urin, Mägen, Därme, Drüsensekrete, Hormone aus Fruchtblasen. Dies von allen Tieren! Bedenken Sie, dass Tausende von Tieren jährlich in Versuchsanstalten, beim Tierarzt oder auf der Straße verenden. Tierische Nebenprodukte stammen meistens aus Abdeckereien. Sogar verdorbene Waren aus Supermärkten und Großküchen finden bei der Futterherstellung Verwendung. Fleisch, was eigentlich für die Lebensmittelgewinnung bestimmt war, wo eventuell das Verpackungsmaterial nicht ganz oder nur teilweise entfernt wurde.
Grieben Ein Produkt aus der Tierkörperbeseitigung. Aus Innereien wird das Fett ausgelassen.
Geflügelnebenprodukte Dies sind in der Regel Köpfe, Füße, Eingeweide, Blut, Urin und Federn. Meistens werden über die Tiernahrung die jährlich zu Millionen anfallenden ausgedienten, mit Medikamenten und Chemikalien vollgestopften Hühnern aus Legebatterien entsorgt.
Digest Eine Flüssigkeit, die von tierischen Geweben mit Hilfe von chemischer oder enzymatischer Hydrolyse hergestellt wird. Somit eine chemisch vorverdaute Nahrung.
Pflanzliche Nebenprodukte, Zellulose Hier werden alle Reste und Abfälle der Getreideverarbeitung verwertet. Erdnußhülsen, verdorbenes Getreide, Stroh, Nußschalen, Reste aus der Herstellung von Müsli (als Cerealien bezeichnet).
BHT(E321), BHA(E320), Etoxiquin Häufig werden nur die E-Nummern angegeben, oder die harmlose Bezeichnung “EG - Zusatzstoffe” taucht auf der Verpackung auf. Häufig ist auch zu lesen: “ohne Konservierungsmittel”. Im Text steht dann: "mit Antioxidantien-EG-Zusatzstoffe". Man geht davon aus, dass nur einem Bruchteil der Kunden bekannt ist, dass sich dahinter BHA, BHT u.a. verbergen. In einigen, auch europäischen Ländern, sind diese Zusatzstoffe wegen Ihrer Nebenwirkungen verboten. Bei BHT und BHA wurden an Nagern teilweise krebsfördernde Wirkungen beobachtet. In Tierversuchen traten Veränderungen am Immunsystem, der Schilddrüse und der Leber auf. Beide Stoffe reichern sich im Fettgewebe an, gelangen in den Fötus und sind als Allergieauslöser bekannt. Etoxiquin verursacht Schüttelkrämpfe, Depressionen, Hautirritationen und Leberschäden. Für Lebensmittel ist Etoxiquin nicht zugelassen, da toxische Wirkungen bei Inhalieren, Schlucken und bei Hautkontakt entstehen. Sammelt sich im Fettgewebe der Leber an. Etoxiquin ist immer noch ein häufig benutztes Antioxidant für tierisches Fett.
In Europa ist die Verwendung von Ethoxyquin in menschlicher Nahrung
verboten, da es beim Inhalieren und beim Hautkontakt toxisch wirkt. Eine
vernünftige Erklärung für die Zulassung in Tiernahrung können wir Ihnen nicht bieten.
Kochsalz, Zucker, Karamell Salzgeschmack wird hauptsächlich zur besseren Akzeptanz des Futters zugefügt. Dies ist auch ein Grund warum häufig Urin als "tierisches Nebenprodukt" genommen wird, auch dadurch entsteht ein Salzgeschmack, der Hersteller braucht Salz als Zusatzstoff nicht mehr aufzuführen, was im ersten Moment positiv aussieht. Zucker oder Karamell ist in Katzenfutter überflüssig, es dient lediglich zur Geschmacksverbesserung und um die Konsistenz weicher zu machen. Industriezucker kann, zusätzlich zu Karies, auch Probleme an der Bauchspeicheldrüse sowie den Analdrüsen verursachen.
Künstliche Farbstoffe Auch diese verbergen sich meistens hinter E-Nummern. E127 z.B. verursacht nachweislich auch Schilddrüsenkrebs ist jedoch in manchen Leckerlies für Katzenbabys enthalten. Allergische Reaktionen wurden auch bei folgenden Farbstoffen beobachtet: E102, E110, E122, E123, E127
Getreide aus gentechnisch manipuliertem Saatgut 80% der weltweit erzeugten Sojabohnen, sowie der Großteil an Futtermais, speziell in den USA, können aus genmanipuliertem Saatgut stammen.
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Deutsche Tollwutverordnung geändert Jährliche Tollwutimpfung nicht mehr vorgeschrieben
0 Kommentare Eingestellt von michi b. am 18.7.09Deutsche Tollwutverordnung geändert
Jährliche Tollwutimpfung nicht mehr vorgeschrieben
Tollwutimpfstoffe
Durch die Änderung der deutschen Tollwutverordnung ist es seit 2006 auch in Deutschland möglich, Haustiere für drei Jahre (Hunde) oder für vier Jahre (Katzen) gegen Tollwut impfen zu lassen. Inzwischen haben nach unserer Kenntnis alle deutschen Tollwutimpfstoffe für Katzen und Hunde die Mehrjahreszulassung. Das betrifft sowohl Tollwuteinzelimpfstoffe als auch solche in Kombinationsprodukten.
Die Impfstoffe von Essex (Rabdomun) und Pfizer (Enduracell) haben bei Katzen eine Zulassung für vier Jahre. Katzenhalter sollten diesen Produkten den Vorzug geben. Tollwutimpfstoffe enthalten Adjuvantien (= die Immunreaktion verstärkende Chemikalien), die im Verdacht stehen, die Bildung von Impfsarkomen zu begünstigen.
Die Impfstoffe von Merial und Intervet sind bei Katzen und Hunden für drei Jahre zugelassen. Der Tollwutimpfstoff von Virbac (einzeln oder in Kombination) ist nach den uns vorliegenden Informationen bei Katzen nur für zwei Jahre zugelassen und bei Hunden für “zwei bis drei” Jahre.
Für Frettchen sind unseres Wissens bedauerlicherweise keine Tollwutimpfstoffe für mehrere Jahre zugelassen. Das liegt nicht daran, daß die Impfung bei Frettchen nur ein Jahr lang schützt. Es hat seinen Grund vielmehr darin, daß kein Hersteller entsprechende Studien gemacht und/oder einen Antrag auf Mehrjahreszulassung für diese Tierart gestellt hat.
Probleme bei der Tollwutimpfung
Tierhalter/innen sollten darauf achten, daß ihre Katzen oder Hunde einen Impfstoff mit möglichst langem Nachimpfintervall erhalten (Hunde: maximal drei Jahre, Katzen: maximal vier Jahre) und daß der Tierarzt den nächsten Tollwutimpftermin entsprechend im EU-Heimtierpaß einträgt.
Es empfiehlt sich deshalb, sich beim Tierarzt den EU-Heimtierpaß zu besorgen, auch wenn man ihn nicht für Auslandsreisen mit dem Haustier braucht. Die alten Impfpässe haben i. d. R. keine Rubrik, in der der Tierarzt einträgt, wann die nächste Tollwutimpfung fällig wird.
Viele Tierhalter/innen haben berichtet, daß Tierärzte nicht bereit sind, auf die jährliche Tollwutimpfung zu verzichten. Dabei werden allerlei merkwürdige Behauptungen vorgebracht. Beispiele:
Es wird rundweg abgestritten, daß jetzt auch in Deutschland Mehrjahresimpfungen gegen Tollwut rechtlich möglich seien. Das ist nicht wahr (siehe auch den unterstehenden Auszug aus der Tollwutverordnung).
Es wird (immer noch) behauptet, es gebe gar keine deutschen Tollwutimpfstoffe mit Dreijahreszulassung. Das ist nicht wahr.
Es wird behauptet, die Mehrjahrestollwutimpfstoffe seien schlechter verträglich als Einjahrestollwutimpfstoffe. Das ist nicht wahr, denn es handelt sich um dieselben Produkte wie früher, es wurde nur die Zulassung geändert.
Es wird behauptet, daß für den mehrjährigen Impfschutz noch einmal neu grundimmunisiert werden müsse (dh, das Tier müsse zwei Tollwutimpfungen im Abstand von vier Wochen bekommen, egal wie oft es vorher schon gegen T geimpft wurde). Das ist nicht wahr.
Es wird behauptet, daß in tollwutgefährdeten Bezirken weiterhin jährlich geimpft werden müsse. Das ist nicht wahr.
Es wird behauptet, daß man für Reisen weiterhin eine jährliche Tollwutimpfung benötige. Das ist nicht wahr. Innerhalb der EU werden die Mehrjahrestollwutimpfungen anerkannt (EU-Verordnung 998/2003). Für einige Länder wird darüber hinaus noch ein Labornachweis des Tollwutimpftiters verlangt.
Es wird behauptet, daß Jungtiere grundsätzlich mehrmals gegen Tollwut geimpft werden müßten. Richtig ist jedoch, daß bei der Tollwut-Grundimmunisierung der Katzen- oder Hundewelpen entsprechend den Gebrauchsinformationen der Hersteller vorzugehen ist. Bei den meisten Mehrjahresimpfstoffen (Stand: Februar 2007) ist nur EINE Impfung im Alter von mindestens zwölf Wochen vom Hersteller vorgeschrieben (Ausnahme: Virbac-Produkte). Es kann allerdings sein, daß ein Jungtier von einer zusätzlichen Tollwutimpfung profitiert, etwa dann, wenn ein bestimmter Impftiter für die Einreise zum Beispiel nach England durch Labortest nachgewiesen werden muß (0,5 I.E.). Ein bestimmter Tollwutimpftiter wird jedoch nicht verlangt, wenn man das Tier NICHT in ein Land mit Titernachweispflicht mitnehmen möchte. Die deutsche Tollwutverordnung verlangt KEINEN Mindestimpftiter, sie verlangt nur die ordnungsgemäße Impfung entsprechend den Angaben des Impfstoff-Herstellers, also entsprechend den Beipackzettel-Angaben zur Grundimmunisierung von Jungtieren, bzw. zu den Zeitabständen der Wiederholungsimpfung bei ausgewachsenen Tieren.
Wenn der Tierarzt sich querstellt, sollten Tierhalter/innen eine andere Praxis aufsuchen.
Neue Fassung der deutschen Tollwutverordnung:
Mit Datum 20. Dezember 2005 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz (BMLEV) die deutsche Tollwutverordnung geändert.
Dies ist der entscheidende neue Passus:
“Begriffsbestimmungen”, Paragraph 1:
Im Sinne dieser Verordnung liegen vor:
(....)
3. wirksamer Impfschutz bei Hunden und Katzen, wenn eine Impfung gegen Tollwut
a) im Falle einer Erstimpfung bei Welpen im Alter von mindestens drei Monaten mindestens 21 Tage nach Abschluss der Grundimmunisierung und längstens um den Zeitraum zurückliegt, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt, oder
b) im Falle von Wiederholungsimpfungen die Impfungen jeweils innerhalb des Zeitraumes durchgeführt worden sind, den der Impfstoffhersteller für die jeweilige Wiederholungsimpfung angibt.
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Grundregeln für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen in der EU
0 Kommentare Eingestellt von michi b. am 2.7.09Grundregeln für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen in der EU
In der Europäischen Union gelten seit dem 1. Oktober 2004 weitgehend einheitliche Bestimmungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen.
Für diese Tiere muss ein Pass nach einheitlichem Muster mitgeführt werden, wenn sie in der EU grenzüberschreitend verbracht werden.
Dieser EU-Heimtierausweis muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, d. h. das Tier muss mittels Tätowierung oder Mikrochip identifizierbar und die Kennzeichnungs-Nummer in den Pass eingetragen sein.
Neben Angaben zum Tier und seinem Besitzer muss der Pass außerdem den tierärztlichen Nachweis enthalten, dass das Tier über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügt.
Die Ausweise können ausschließlich von Tierärztinnen und Tierärzten ausgestellt werden.
Pass, Kennzeichnung und Impfung sind verbindliche Bestandteile der EU-Anforderungen. Für nicht gekennzeichnete Tiere kann der EU-Heimtierausweis nicht ausgestellt werden. Für Tiere, die nicht auf Reisen ins Ausland mitgenommen werden, reicht weiterhin der gelbe „Internationale Impfpass“ aus.
Die Kennzeichnung mit einer – gut lesbaren – Tätowierung wird nur noch übergangsweise bis 2. Juli 2011 anerkannt.
Für Tiere, die neu gekennzeichnet werden, ist deshalb ein Mikrochip zu empfehlen. Vorgeschrieben für die Mikrochips sind ISO-Norm 11784 oder 11785 – bei anderen Standards muss der Tierhalter das Ablesegerät für eventuelle Kontrollen selber zur Verfügung stellen.
Ein gültiger Tollwutschutz liegt vor, wenn die Impfung mindestens 21 Tage (bei Erstimpfung) und längstens den Zeitraum zurückliegt, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt.
Die EU-Regelungen zum Heimtierausweis gelten grundsätzlich für den privaten Reiseverkehr und auch für den Handel zwischen Mitgliedstaaten der EU inklusive der Beitrittsstaaten.
Quelle: Bundestierärztekammer
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Zehn Regeln verhindern, dass Kinder gebissen werden
Hunde sind tolle Spielgefährten und Familientiere, aber immer wieder werden sie auch zur Gefahr für Kinder.
Jährlich müssen in Deutschland schätzungsweise 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen ärztlich behandelt werden, und weit mehr als die Hälfte der Behandelten sind Kinder. Bissverletzungen bei Kindern sind schwerwiegender als bei Erwachsenen, weil Hunde kleine Kinder häufiger in den Hals oder Kopf beißen.
Wenn Hunde beißen, ist der Spaß am Haustier schnell dahin. Sollen Hunde ihren Platz in Familien mit kleinen Kindern finden, dann bedarf es Regeln, die eingehalten werden. Kinder können lernen, artgerecht mit Hunden umzugehen, sie als Tiere mit angeborenen Instinkten zu respektieren und Verantwortung für sie zu übernehmen.
Wenn Eltern und Kinder das Verhalten von Hunden richtig einschätzen und genug Zeit für die Erziehung ihres Vierbeiners aufwenden, kann der Hund zum wertvollen Familienmitglied werden.
Zehn Regeln für die Hundehaltung in der Familie und den Umgang mit fremden Hunden:
1. Jeden Hund als individuelles Wesen betrachten!
Jeder Hund ist anders. Die Rasse allein sagt nichts darüber aus, wie das einzelne Tier sich in bestimmten Momenten verhält. Ein gutes Auge für das Verhalten des Tieres hilft, kritische Situationen rechtzeitig zu erkennen. Fremden Hunden sollten sich Kinder wie Erwachsene generell vorsichtig nähern, denn jeder Hund hat seine Eigenarten und auch eigene Erfahrungen mit Kindern gemacht.2. Den Hund niemals ärgern!
Augen, Ohren, Schnauze und Nase sind sehr empfindliche Stellen für den Hund. Manche Hunde mögen es nicht, wenn man diese Körperstellen streichelt, an ihnen zieht oder damit herumspielt.3. Einen Hund niemals beim Fressen stören!
Hunde reagieren wie Jagdtiere: Wenn sie etwas zum Fressen haben, verteidigen sie ihre „Beute“. Jede Störung wird als Angriff erachtet. Der Hund verteidigt sein Futter, indem er knurrt und beißt.4. Patentrezepte gelten nicht!
„Hunde, die bellen, beißen nicht“ – diese Regel ist falsch, bellende Hund schnappen auch zu. Kinder sollten lernen, die Gesamtsituation im Auge zu behalten, statt vermeintlichen Regeln blind zu vertrauen.5. Nicht Einmischen, wenn Hunde raufen!
Hunde, die sich in die Haare kriegen, sind außer Rand und Band. Kinder sollten sich nicht in den Kampf einschalten, denn sie sind nicht stark genug, die Tiere auseinanderzubringen.6. Still halten, wenn ein Hund zuschnappt!
Wenn ein Hund nach einem Kind schnappt, sollte sich das Kind möglichst still und ruhig halten und den Hund nicht anschauen. Reißt es die geschnappte Hand weg, dann verstärkt der Hund nur den Biss. Etwas, das sich nicht bewegt, wird für den Hund dagegen schnell uninteressant und er lässt davon ab.7. Fremde Hunde nur streicheln, wenn es der Besitzer erlaubt!
Ein Hund, der z.B. vor einem Geschäft angeleint ist, darf nicht gestreichelt werden. Der Hundebesitzer sollte vorab immer gefragt werden. Kinder sollten sich fremden Hunden nur langsam von vorne nähern und warten, bis das Tier von selbst den Kontakt aufnimmt.8. Nicht vor Hunden weglaufen!
Hunde laufen und jagen gerne; sie wollen ein davonlaufendes Kind schnappen. Deshalb: Stehen bleiben und sich vom Hund wegdrehen. Ein stehender, unbeweglicher Mensch wird für den Hund schnell uninteressant.9. Baby unterwegs? Den Hund vorbereiten!
Wenn eine Geburt ansteht, ändern sich die Regeln im Haus – und das sollte der Hund schon mehrere Wochen vorher trainieren, damit er vorbereitet ist und das Baby nicht als Konkurrenz empfindet. Was der Hund lernen sollte: Spielerisches Beißen in menschliche Körperteile ist tabu; das Kinderzimmer darf nicht mehr oder nur auf ausdrückliche Einladung betreten werden; Kinderspielzeug ist kein Hundespielzeug.
Wenn das Baby da ist: Den Hund niemals mit dem Baby allein lassen.
10. Auch Kinder müssen Rücksicht nehmen!
Schon ab dem frühesten Krabbelalter müssen Kinder lernen, dass der Hund nicht immer als Spielpartner bereit steht und im Haushalt einige Gegenstände zu finden sind, die nur für den Hund sind. Die Hundedecke oder der Korb sind ebenso wie das Hundespielzeug und der Futternapf für das Kind tabu.Labels: Wissenswert
Wer hat das Sagen - Herrchen und Frauchen oder der Hund?
Auf die Frage: "Manipuliert sie ihr Hund?" werden sie entschieden antworten: "Nein, natür-lich nicht!". Doch das Gegenteil trifft meistens eher zu. Hunde sind Meister im Manipulieren und besitzen unheimlich viele Strategien, um ihre Ziele zu erreichen und Herrchen oder Frau-chen in ihrem Sinne zu beeinflussen.
In vielen Alltagssituationen setzen Hunde ganz gezielt ihre Wünsche durch, ohne daß wir uns dessen bewußt sind. Will ihr Hund z.B. nach draußen, geht er zur Tür und kratzt daran. Oder ihr Hund findet, daß es Zeit für sein Fressen wäre. Er geht zu seinem Freßnapf und blickt sie fordernd an, oder läuft winselnd vor der Küchentür auf und ab. Sie, voll des schlechten Ge-wissens ob des armen, hungrigen Tiers, springen auf und bereiten ihm sein Futter. Der Hund möchte schmusen, legt sanft die Pfote oder seinen Kopf auf ihren Schoß und sieht so derma-ßen rührend aus, daß sie ihn umgehend streicheln. Etwas später fällt dem Hund ein, daß er gerne spielen würde, und bringt ihnen seinen Ball. Sofort springen sie darauf an, lassen alles stehen und liegen, um dem Hund seinen Ball zu werfen, schließlich wissen sie, wie wichtig es ist, sich mit dem Tier zu beschäftigen. In allen Fällen ist das gleiche passiert: Der Hund hat agiert, sie haben reagiert! Sie sind sofort auf seine Wünsche eingegangen.
Ihr Hund hat sie erfolgreich manipuliert und nicht nur für den Moment einen kleinen Sieg davongetragen. Er hat einen weiteren Schritt in Richtung "Wie erziehe ich meinen Menschen" gemacht. Daß diese Situation jeden Tag erneut vorkommt, macht ihre große Bedeutung aus, denn der Hund macht entsprechend oft die Erfahrung, daß er es ist, der den Ton angibt. Und das wiederum kann sich enorm auf die Gehorsamsbereitschaft ihres Hundes auswirken. "Wie-so?", werden sie jetzt vielleicht antworten. Schließlich gehen sie mit ihm in die Hundeschule, üben jeden Tag mit ihm und die meisten Befehle beherrscht er schon fast perfekt. Aber die Kommunikation mit ihrem Tier darf nicht außerhalb eines Übungsgeländes enden, sondern muß ganz im Gegenteil dann erst richtig losgehen.
Hundeerziehung kann gar nicht früh genug beginnen! So müssen die Welpen gleich von Anfang an lernen, daß Schuhe für Hunde tabu sind - schade, war doch so ein tolles Spielzeug!
Viele Hunde, die auf dem Übungsgelände "gute Miene" zu den Erziehungsmethoden ihrer Zweibeiner machen oder das Ganze als abwechslungsreiches Spiel sehen, hören außerhalb der festgelegten Trainingszeiten wesentlich schlechter und haben ihre Besitzer im Alltag richtig gut im Griff. Drehen sie deshalb den Spieß um, agieren sie und lassen sie ihren Hund reagieren! Am wenigstens wird uns seine Manipulation beim Einfordern von Streicheleinheiten bewußt, so niedlich, rührend und treu sieht er dabei aus. Trotzdem sollten sie hart bleiben, denn auch in einem Wolfsrudel geht jeder Körperkontakt vom ranghöheren Tier aus. Das heißt aber nicht, daß sie ihren Hund nicht eine Weile später zu sich rufen und ihn so richtig durchschmusen.
Das gleiche gilt, wenn er unbedingt sein Fressen haben möchte, sei es, daß er seinen leeren Napf durch die Küche kickt, bettelnd vor dem Kühlschrank sitzt oder sie sanft mit der Schnauze anstößt und dabei sooooo süß aussieht. Bleiben sie hart, ignorieren sie ihn oder schicken sie ihn je nach Vehemenz des Bettelns sogar weg, denn auch "ganz süß sein" ist eine Strategie ihres cleveren Vierbeiners. Auch hier wieder der kleine Unterschied: füttern sie ihren Hund, aber nicht sofort, sondern vielleicht eine halbe Stunde später, nachdem sie ihren kleinen Tyrannen zuvor in sein Körbchen geschickt haben.
Ebenso gehen sie vor, wenn er ihnen sein Spielzeug bringt oder sie zum Spazierengehen auffordert. Sie halten diese Vorgehensweise vielleicht für gemein und unmenschlich, aber der Hund ist nun mal auch kein Mensch und reagiert auf demokratische Spielregeln leider weder mit Liebe noch mit Gehorsam, sondern oft sogar mit dem Gegenteil. Wenn ihr Hund erst einmal der Überzeugung ist, daß er die Oberhand und somit das Sagen hat, wird sein anfänglich so rührendes, niedliches Verhalten nicht selten von einem Knurren oder Zähnezeigen begleitet, wenn ihm etwas nicht paßt oder es nicht nach seinem Kopf geht (z.B. sie wollen ihm in die Ohren schauen, seine Zähne kontrollieren, ihn kämmen, ihm Medikamente eingeben, ihn vom Sofa schicken, ihm seinen Kauknochen wegnehmen, ihn aus dem Schlafzimmer werfen usw.).
Die beschriebene Methode gibt ihnen die Möglichkeit einer Erziehung ohne Gewalteinwirkung, aber mit Konsequenz, die eine enorme Wirkung auf das Verhalten ihres Hundes haben kann. Das soll auf gar keinen Fall heißen, daß sie mit ihrem Vierbeiner nicht mehr schmusen oder spielen sollen. Aber, wünschen sie sich einen folgsamen Hund, der sie als "Leittier" akzeptiert, achten sie darauf, daß sie das Wann, Wo und Wie bestimmen. So haben sie den ganzen Tag Gelegenheit, einfach nebenbei eine Menge an Erziehung zu leisten - ohne, daß es ihrem Hund vielleicht bewußt ist! Und übrigens, für Erziehung ist es nie zu spät!
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Patellaluxation aus der Sicht des Züchters
(Lorena Galanti, eigene Meinung ohne wissenschaftlichen Anspruch)
Was ist Patellaluxation?
Auf die durch Unfall erworbene Patellaluxation, die hauptsächlich größere Rassen betrifft, wird in diesem Aufsatz nicht weiter eingegangen. Die Patellaluxation (PL), bzw. die Verlagerung der Kniescheibe, die hauptsächlich Klein- und Zwerghunde jeder Rasse und Hunde mit steiler Hinterhand wie Chow-Chows betrifft, ist ein erblicher Defekt. Die Kniescheibe ist bei den betroffenen Hunden luxierbar, d.h. sie verbleibt nicht am vorgesehen Platz, sondern verlagert sich durch leichten Druck oder ganz von selbst nach außen oder innen (lateral/medial). Dieser Zustand kann vorübergehend oder dauerhaft auftreten, manchmal Lahmheit und Schmerzen verursachen, meist aber nicht, und oft sogar symptomlos bleiben. Zur Befundung werden die Kniegelenke von zertifizierten Patella-Untersuchern manuell im Stehen und Liegen abgetastet und der Hund im Laufen bewertet. Röntgenaufnahmen des Kniegelenkes sind zur Diagnose und Gradeinteilung nicht geeignet, sie sollten aber angefertigt werden, wenn eine Operation in Erwägung gezogen wird, um die richtige Operationsmethode festzulegen.
Die PL wird in 4 Grade eingeteilt, als PL 0 bezeichnet man Hunde, die frei von Patellaluxation sind.
Grad 1: Es besteht eine habituelle (wiederkehrende) Luxation, durch Druck kann die Kniescheibe in Beuge- und Streckbewegung luxiert werden, sie gleitet bei nachlassendem Druck aber spontan in die Trochlea ossis femoris (Patellagleitlager/ Rollfurche) zurück.
Grad 2: Die Patella kann durch den Untersucher oder das Tier selbst bei gestrecktem Knie luxiert werden – sie gleitet nicht selbständig, sondern durch aktiven Druck oder passive Beugung oder Streckung des Kniegelenks in die Rollfurche zurück.
Grad 3: Die Kniescheibe ist permanent nach medial oder lateral luxiert, durch Druck kann sie in das Gleitlager zurückverlagert werden, bei nachlassendem Druck reluxiert die Patella wieder in ihre Ausgangsstellung.
Grad 4: Die Patella ist permanent stationär luxiert, eine Reposition ist nicht möglich.
Anatomische Ursachen für die Verlagerung der Kniescheibe sind
Mangelhaft bis gar nicht ausgebildete Patellagleitlager/Rollfurche, bzw. zu wenig hohe Rollkämme, d.h. das Gleitlager, in der die Kniescheibe hin- und herbewegt wird, ist nicht tief genug.
Zu kleine oder zu große Kniescheibe, die nicht richtig in die Rollfurche passt.
Achsenfehlstellungen der Hinterbeine (O- und X). Dadurch wird die Kniescheibe bei Bewegung schräg zur Rollfurche gezogen, wodurch es auf Dauer zu Überdehnung der Seitenbänder kommt. Bei 0-Beinen springt die Kniescheibe nach innen und bei X- Beinen nach außen heraus.
Durch obige Fehler kann es zu einer falschen Zugrichtung des Musculus quadriceps femoris (der aus vier Muskelsträngen besteht) kommen, was zur Verlagerung der Kniescheibe führt.
Falscher Muskelansatzpunkt.
Mangelhafte Muskulatur.
Schäden an Hüfte und/oder Wirbelsäule treten nicht selten in Kombination mit insbesondere schwerer Patellaluxation auf, wobei nicht immer zu klären ist, ob das eine die Folge des anderen ist oder umgekehrt, daher sollten immer auch Hüfte und Wirbelsäule bei der Untersuchung gründlich miteinbezogen werden.
Schwaches Bindegewebe, dadurch Ausleiern der Bänder/Sehnen und Gelenkskapsel, und fehlender Halt für die Kniescheibe.
Studienergebnisse
Bei Zwerghunden hat man jahrelang auf Hündinnen selektiert, die leichte Geburten haben, was durch ein weiches Bindegewebe begünstigt wird. Leider ist ein schwaches Bindegewebe mit eine Ursache für Patellaluxation. Jede Läufigkeit und Trächtigkeit führt zur mehr oder weniger vorübergehenden oder dauerhaften Bindegewebserweichung. Jedoch führt auch Kastration zu einem Erkrankungsanstieg um 3,6 % wie eine österreichische Studie ergab. Die Ursachen für dieses Phänomen, bedürfen weiterer Studien. Einen gewissen Einfluss auf den prozentualen Anstieg könnte ggf. Übergewicht infolge der Kastration haben, das fortgeschrittene Alter oder auch ein veränderter Stoffwechsel.
Man könnte nun meinen, Rüden sind aufgrund der fehlenden hormonellen Schwankungen nicht so häufig betroffen wie Hündinnen und hätten höchstens nur leichte Patella, die nicht zur Verschlechterung neigt. Doch die Statistik des SPPC (Schweizerische Papillon und Phalene Club, siehe auch unten) zeigt überraschenderweise, dass dies nicht so ist. Fast die Hälfte der zur Zweituntersuchung vorgestellten Rüden wiesen eine Verschlechterung auf. Auch die österreichischen Studie aus dem Jahr 2005 weist keine signifikanten Unterschiede bei den Geschlechtern auf.
Der Schweizerische Papillon- und Phalene Club (SPPC) hat sich an einer Studie der Universität Bern beteiligt, die über mehrere Jahre geht und voraussichtlich ca. 2006/2007 abgeschlossen sein wird. Die Studie untersucht die Patellaluxation beim Papillon und prüft in einem Modellprojekt die Anwendung der Zuchtwertschätzung. Bei einem polygenen Erbdefekt wie der PL mit unterschiedlichem Ausprägungsgrad und unterschiedlichem Zeitpunkt des Auftretens scheint Zuchtwertschätzung die einzig sinnvolle Möglichkeit der Zuchtselektion zu sein. Bislang gibt es aber weltweit keine Zuchtwertschätzung für PL. Da die Studie noch nicht abgeschlossen ist und der Zwischenbericht auf einer zu geringen Datenmenge beruht, sind die nachstehenden Werte vorerst mit Vorbehalt und insbesondere bezogen auf Papillons zu sehen. Auch ist zu berücksichtigen, dass der SPPC bereits seit über 10 Jahren selektiert, und somit bereits zu Beginn der Studie Teilerfolge vorweisen kann.
Der SPPC hatte dazu auf seiner Homepage sehr interessante Auswertungen und Statistiken veröffentlicht, die leider im Internet nicht mehr verfügbar sind. Die Statistik dokumentierte, dass es mehrere Generationen braucht, um eine deutliche Verbesserung der Kniegelenke in einer Rasse zu erzielen. Zuerst verschwindet hochgradige PL bei den Junghunden. Erst nach und nach scheint sich auch bei den mittel– und hochgradig Betroffenen eine nachweisbare Verbesserung zu ergeben. So waren 1989/90 66,7 % Papillons bei Erstuntersuchung PL-frei, 19 % waren PL 1, 7,9 % PL 2 und 6,3 % PL 3. Im Jahr 1997/1998 hingegen bereits 94,2 % PL-frei, 1,9 % PL 2, 3,8 % PL 2 und 0 % PL 3. Damit kann man durchaus von einer erfolgreichen Zuchtselektion sprechen, wenn da nicht die veränderten Befunde bei der Nachkontrolle wären.
Denn aus diesem Zwischenbericht ist ebenso hervorgegangen, dass ca. 40 % der Hunde, die mit ca. 15 Monaten PL 0/0 waren, mit fortschreitendem Alter bei der Zweituntersuchung (nach 3 Jahren) doch noch PL 1 oder 2 entwickelt haben. Bei der Erstuntersuchung waren ca. 90 % der untersuchten Hunde PL-frei. Bei der Nachuntersuchung ab dem 3. Lebensjahr waren nur noch ca. 55 % PL-frei. Von den Hunden, die bei der Nachuntersuchung PL hatten, waren ca. 13 % PL 3. Von den Hunden, die bei Erstuntersuchung PL 0/0 waren, hatten allerdings nur 5 % PL 3 und 13 % PL 2, 20 % PL 1, hingegen von den Hunden, die PL 1 hatten bei Erstuntersuchung waren bei der Nachuntersuchung 71 % PL 3, 14 % PL 2, jedoch auch 14 % mit PL 1 unverändert. Einjährige PL-freie Papillons, die Vierjährig immer noch PL-frei waren, scheinen es auch zu bleiben. Solche, die bei Zweitkontrolle PL 1 hatten, können mit zunehmendem Alter mittel- und hochgradige PL entwickeln, ohne dass dies wesentliche Auswirkungen auf die Funktion des Gelenks oder Lahmheiten zur Folge hatte. Allerdings erweisen sich diese Zuchttiere als schlechtere Vererber, da sie bei den Nachkommen mehr PL-Hunde haben, als jene, die unverändert im Befund geblieben sind.
Weiter ging daraus hervor, dass Rüden genauso an PL erkranken, wie Hündinnen, nur dass es bei Ihnen etwas länger dauert, bis die PL manifest wird, d.h. untersucht man alle Rüden und Hündinnen im Alter von 3 - 4 Jahren, fällt auf, dass genau so viele Rüden an PL leiden, wie Hündinnen. Fast die Hälfte der zur Zweituntersuchung vorgestellten Rüden wiesen eine Verschlechterung auf. Demzufolge ist es nicht richtig anzunehmen, dass PL, die nach dem 2. Lebensjahr auftritt lediglich aufgrund der hormonellen Auswirkungen bei Zuchthündinnen “erworben” ist. Vielmehr kann man höchstens davon ausgehen, dass Hormone bei der Hündin dazu führen, dass PL bei diesen früher auftritt als beim Rüden. Daher wäre es wichtig, zumindest Rüden im Alter von mindestens 3 Jahren noch einmal zu untersuchen. Da sich Rüden wesentlich häufiger reproduzieren, als Hündinnen - eine Hündin kann rein theoretisch max. zwei Mal im Jahr belegt werden, ein Rüde "kann" das ganze Jahr - ist eine besonders gründliche und häufige Nachuntersuchung gerade der Rüden meines Erachtens unverzichtbar.
In einer österreichischen Studie (Vidoni/Sommerfeld-Stur, Eisenmenger) aus dem Jahr 2005 zeigten 61,6 % der untersuchten Hunde PL. 15,5 % (rechtes Kniegelenk) bzw. 12,8 % (linkes Kniegelenk) davon litten an einer permanenten Lahmheit. Bei 3,5 % (rechts) bzw. 4,6 % (links) zeigten intermittierende (zeitweise) Lahmheit.
Untersucht wurden 432 österreichische Hunde 32 verschiedener Klein- und Zwerghunderassen. Interessant an der österreichischen Studie aus dem Jahr 2005 dürfte sein, dass die PL-Fälle mit jedem zusätzlichen Kilogramm um das 0,8fache sanken, d.h. also je leichter das Tier, desto höher die Chance an PL zu erkranken, je schwerer das Tier, desto geringer. Kastrierte Tiere hatten eine 3,10fach höhere Erkrankungschance. Ebenso stieg die Chance an PL zu erkranken mit jedem zusätzlichen Lebensjahr um das 1,10 fache. Diese letzte Feststellung ist keine Überraschung, da sich auch aus dem Zwischenbericht der Berner Studie ergibt, dass sich PL auch noch in fortschreitendem Alter einstellen und der Schweregrad auch zunehmen kann.
Für Deutschland habe ich leider keine aktuellen offiziellen Untersuchungsergebnisse erhalten, man kann aber davon ausgehen, dass ähnliche Werte auch für deutsche Klein- und Zwerghundrassen gelten. Meine vorsichtige Schätzung geht je nach Rasse von mindestens 60 – 80 % aus, wenn man die Hunde nach dem 3. Lebensjahr untersuchen würde, je nachdem welche mehr oder weniger strengen Selektionsmaßnahmen die jeweiligen Dachverbände und Vereine umsetzen. Wobei unbestritten ist, dass über 90 % der Hunde, die vor dem zweiten Lebensjahr untersucht werden pl-frei sind und die bereits eingeführten Selektionsmaßnahmen in den betreffenden Vereinen auch schon dahingehend Erfolg zeigen, dass die Anzahl der schweren operationsbedürftigen PL-Fälle zurückgeht.
Behandlung
Trotzdem sind dies erstmal alarmierende Zahlen, man muss dabei aber berücksichtigen, dass die überwiegende Zahl der PL-Fälle lediglich leichten Grades sind und nur wenige davon
überhaupt wirklich ein Krankheitsbild zeigen, das einer Behandlung bzw. einer Operation bedarf. Bedenken sollte man auch, dass es zum Teil operationswütige Tierärzte gibt, die bereits eine PL 1 völlig unnötiger Weise operieren und damit das Tier dem Risiko aussetzen, nach der OP schlechter zu laufen als vorher, womöglich irreversibel. Eine zweite Meinung eines Spezialisten einzuholen ist in jedem Fall ratsam, auch sollte, wenn operiert werden muss, nur von einem Spezialisten operiert werden.
Auch wenn es trotz dem hohen Befall relativ wenige behandlungsbedürftige PL-Fälle gibt, ist dies längst kein Grund, sich zurückzulehnen als Züchter. Kein Züchter kann heute garantieren, nur PL-freie Welpen (bis ins Alter) zu züchten, höchstens, dass der Hund zum Zeitpunkt der Übergabe patellaluxationsfrei ist und seine Zuchttiere ebenfalls. Selbstverständlich sollte man als Züchter bestrebt sein, Verpaarungen möglichst so zu wählen, dass Elterntiere und möglichst viele Ahnen bis ins hohe Alter patellaluxationsfrei sind oder waren und dass man nach den heutigen Erkenntnissen sein Möglichstes tut, um Nachwuchs zu züchten, der keine Probleme mit der Kniescheibe bekommt, dies fordert übrigens auch das Qualzuchtgesetz. Leider ist es aber so, dass selbst patellaluxationsfreie Eltern, Großeltern etc, keine garantiert patellaluxationsfreie Welpen zeugen, wie ja auch die Studien an den schweizerischen Papillons ergeben hat. Die Bezeichnung "patellaluxationsfreie Zucht" kann sich daher lediglich immer nur darauf beziehen, dass der Zuchtbestand patellaluxationsfrei ist zum Zeitpunkt der Untersuchung.
Es wäre vermutlich wichtig zu unterscheiden, ob es sich um eine knochenbedingte Ursache für die PL handelt oder eine rein bindegewebliche Ursache, was allerdings oft nicht leicht zu differenzieren ist und nicht selten auch als Mischform vorliegt. Eine rein bindegewebliche Ursache scheint keine schweren Formen von PL zu verursachen, die operiert oder behandelt werden müssen. Die Hunde zeigen in der Regel weder Schmerzen noch Lahmheiten, sind nicht im Bewegungsablauf beeinträchtigt.
Eine Operation von Hunden mit PL, die keine Schmerzen verursacht, ist nach Ansicht einiger Experten zumindest bei leicht gebauten Kleinhunden falsch. Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass man nur dann operieren sollte, wenn der Hund deutlich an Schmerzen leidet, da man ansonsten Gefahr läuft, dass der Hund nach der Operation mehr beeinträchtigt ist, als zuvor. Das gelegentliche Liften des Beines bei sonst vergnügtem Herumtoben und Springen ist nicht zwangsläufig ein Zeichen von Schmerzen, sondern meist nur eine kurzfristige schmerzlose Blockade des Gelenkes, sofern der Hund ansonsten unverändert lauf- und sprungfreudig ist. Leicht gebaute Zwergrassen entwickeln aufgrund ihres geringen Gewichtes bei genügend Bewegung (wer rastet, der rostet) kaum Arthrosen, eine vorbeugende OP ist daher nicht vorbehaltlos zu empfehlen, sondern immer im Einzelfall sehr gründlich und gewissenhaft abzuwägen. Allerdings ist dies bei schwergewichtigen Rassen und übergewichtigen Hunden anders zu bewerten, ein Mops muss ggf. durchaus schon bei einer leichten PL operiert werden, um einer Arthrose vorzubeugen. Insbesondere junge Hunde, die noch im Wachstum sind, laufen bei voreiliger Operation Gefahr, dass diese nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt ist, da sich durch das Wachstum wieder Veränderungen an Knochen, Muskulatur und Bändern ergeben können. Außerdem ist es bei lebhaften Junghunden auch problematisch, die zwingend nötige Schonung nach der OP strikt einzuhalten, was ebenfalls den Erfolg der OP gefährdet. Auch bei alten Hunden, die bereits an Herz etc. erkrankt sind, sollte man gut abwägen, ob der Nutzen vor dem Schaden steht und man ggf. nicht mit einer konservativen Therapie besser fährt. Ebenso ist nicht unerheblich, ob es sich um eine gravierende Achsenfehlstellung handelt, oder nur um leichte, die sich ggf. im weiteren Wachstum bei richtiger Ernährung und Auslauf noch ausgleichen kann. Ob also eine Operation notwendig ist, richtet sich nach Schmerzzustand, Alter und den anatomischen Gegebenheiten.
Als Operationsmethoden kämen Gelenkkapselraffung, Vertiefung des Patellagleitlagers, Korrektur der Achsenfehlstellung, eine Verlegung des Muskels quadrizeps femoris etc. und Kombinationen daraus in Frage. Die Nachsorge sollte strikt nach den Anweisungen des Tierarztes erfolgen, zusätzlicher gezielter Muskelaufbau (Bergauflaufen, schwimmen) zu gegebener Zeit in Absprache mit dem Tierarzt ist ratsam. Von der Gabe von Hormonen/Anabolika zum Muskelaufbau möchte ich abraten, da die Nebenwirkungen und Spätfolgen nicht überschaubar sind.
Um einer OP vorzubeugen, kann man Hündinnen zum Zeitpunkt der Läufigkeit und (Schein-) Trächtigkeit täglich einen Teelöffel Kieselerde unter das Futter mischen und Übergewicht tunlichst vermeiden. Bei bestehender leichter Patellaluxation kann man mit Grünlippmuschelextrakt, Gelatine, Glukosamine, MSM und Chondroitin einer Arthrose und schmerzhaften Gelenksveränderungen vorbeugen.
Ursachen
Die Ursachen für eine Patellaluxation sind zum Großteil genetischer, zum Teil aber auch umweltbedingter Natur. Eine Kombination aus beiden Faktoren (Gene und Umwelt) ist selbstverständlich möglich und evtl. auch für die besonders schweren Fälle mitverantwortlich.
D.h. eine Bindegewebsschwäche kann genetischen Ursprungs sein, ebenso aber eine Folge falscher Ernährung und falscher Haltung.
Ein mangelhaft ausgebildeter Rollkamm kann genetischen Ursprungs sein, ebenso
aber eine Folge mangelhafter Ernährung oder falscher Haltung während des Wachstums.
Ein X- oder O-Bein kann ebenso genetischen Ursprungs sein, aber auch eine Folge aus mangelhafter Ernährung und falscher Haltung während des Wachstums.
Züchterische Maßnahmen
Genetische Ursachen lassen sich durch entsprechende Selektion beeinflussen. Umwelteinflüsse lassen sich zum Teil durch richtige Haltung und Ernährung beeinflussen.
Da die Zuchtwertschätzung noch nicht einsetzbar ist, weil ein solches Programm speziell beauftragt, programmiert und finanziert werden müsste, empfiehlt es sich, über die derzeit zum Teil bereits durchgeführten Selektionsmaßnahmen hinaus, wie Erstuntersuchung durch spezialisierte Tierärzte vor Zuchtzulassung, freiwillig weitere Maßnahmen zu ergreifen:
Selektionsmaßnahmen
Da möchte ich zunächst die mir von Frau Bolt (schweizerische Papillonzüchterin) empfohlenen Ratschläge weitergeben: Bei der Auswahl der Zuchttiere auf genügende Knochenstärke achten, damit Platz für ein tiefes Gleitlager und die Ansatzpunkte von Sehnen und Bändern ist. Gute Winkelungen bevorzugen, steile Hinterhand vermeiden. Schlaffe Tiere mit weichem Rücken, durchgetretenen Karpalgelenken vermeiden, Hündinnen nach dem Wurf erhalten die ersten 2- 4 Wochen zur Festigung des Bandapparates homöopathisch Calcium Fluoratum D6. Ich persönlich setze mehr auf Naturheilmittel und gebe zur Festigung des Bandapparates Kieselerde und Grünlippmuschelextrakt, außerdem mische ich Brennnesselblätter unter das Futter und vermeide jegliches Getreide im Futter. Des Weiteren sollte man verstärkt nachweislich patellaluxationsfreie Alttiere zur Verpaarung mit Jungtieren einsetzen. Zuchttiere in jungen Jahren sparsam für die Zucht verwenden, Nachzucht möglichst komplett auf PL untersuchen. In den letzten Zuchtjahren Nachzucht aufheben von Althunden, die nachweislich patellaluxationsfrei geblieben sind und überdurchschnittlich patellaluxationsfreie Nachzucht gebracht haben und vor allem Nachkontrollen der Zuchttiere und insbesondere der Deckrüden mindestens ab dem dritten Lebensjahr.
Die Problematik der PL besteht auch darin, dass PL auch mit fortschreitendem Alter auftreten kann, und zwar selbst bei schweren Graden ohne jegliche Symptome. D.h., dass der Hund, der vor der Zuchtzulassung bei der Untersuchung Pl-frei war, später dann doch eine mehr
oder weniger schwere Patellaluxation entwickeln kann, die aber meist ohne Symptome bleibt und somit unentdeckt, wenn keine Nachuntersuchung erfolgt und dadurch die Schadgene weitergegeben werden. Es ist nämlich mit Nichten so, dass man jede PL am Hinken oder „Eiern“ erkennt, bzw. dass jede schwere PL Lahmheit etc. mit sich bringt. Ich kenne mehrere Hunde, die PL 3 haben und rein gar nicht hinken oder lahmen, vielmehr ohne Mühe stundenlang laufen und herumspringen. Selbst Hunde mit PL 4 kenne ich, die zwar einen etwas eierigen Gang haben, aber ansonsten keine Probleme haben. Ja, sogar umgekehrt, es gibt Hunde, die fleißig das Beinchen liften und trotzdem keinerlei Defekte am Skelett, weder palpatorisch noch röntgenologisch, nachweisbar sind. Man möge sich also hüten, vorlaut über solche Hunde ein Urteil zu fällen.
Aus allen Studien resultiert, man darf sich als Züchter nicht darauf verlassen, dass eine einzige Untersuchung vor dem 3. Lebensjahr einen Befund erbringt, der stabil bleibt. Man ist sich im Grunde nie ganz sicher, ob man wirklich einen pl-freien Hund hat, durch Nachuntersuchungen erlangt man allerdings zunehmende Gewissheit. Viele Züchter und Zuchtvereine sind sich dessen leider nicht bewusst, da sie davon ausgehen, dass ein Hund, der mit 12 bis 18 Monaten auf Patellaluxation untersucht wurde und ohne Befund war, dies auch zeitlebens bleibt, da die betroffenen Hunde ja oft symptomlos bleiben.
Ein weiteres Problem bei der Selektion von PL ist, dass selbst Hunde, die in mehreren Generationen PL-frei gezüchtet sind, trotzdem wieder PL-Nachkommen zeugen können. Durch ausgetüftelte Computerprogramme ließe sich ein sog. „Zuchtwert“ für PL berechnen, der einem dann eine gezielte Verpaarung auf PL-freie Nachkommen ermöglichen würde, wobei man natürlich immer im Kopf behalten muss, dass ein Hund aus mehr als aus Kniegelenken besteht und selbstverständlich auch andere Kriterien bei der Zuchtauswahl eine Rolle, z.T. auch übergeordnete Rolle spielen müssen! Allerdings müsste so ein Programm für PL erst noch erarbeitet werden, es wird sich zeigen, wie das Schweizer Modell in der Praxis umgesetzt werden kann. Für andere Erbkrankheiten wie HD, Augenerkrankungen, aber auch Leistungsmerkmale werden solche Berechnungen bereits mit Erfolg in der züchterischen Praxis eingesetzt.
Ich möchte nun aber ganz und gar nicht den Eindruck erwecken, dass man PL auf Teufel komm raus bekämpfen und rigoros jeden PL-Grad ausselektieren muss. Erstens würde das, wie oben schon erwähnt, den Inzuchtgrad bei den meisten Rassen in die Höhe schnellen lassen. Es hat keinen Sinn, die Population durch Selektion so stark zu reduzieren, dass man am Ende im genetischen Flaschenhals hängt und sich weit schlimmere Erbkrankheiten eingehandelt hat. Mit einer leichten PL kann jeder Hund ohne jedes Problem uralt werden, mit einer erblichen Blutkrankheit, Herzerkrankung, Nieren- oder Leberschaden, kann das Leben bereits nach wenigen Jahren erlöschen. Man hätte sozusagen den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben. Selektionen müssen immer im Rahmen dessen liegen, was die genetische Population erlaubt. Zweitens müssen auch noch viele andere Belange in der Zucht berücksichtigt werden, die auch einer Selektion bedürfen und man muss von Fall zu Fall, abwägen, welchen Kriterien mehr Gewicht eingeräumt werden muss, um eine gesunde und typvolle Rasse zu erhalten.
Daher sollte das züchterische Bestreben sein, zunächst die schweren PL-Fälle in der Zucht zu eliminieren ohne dabei andere gesundheitliche Aspekte zu vernachlässigen oder gar den Typus Preis zu geben, denn was bringt es eine Rasse zu züchten, die als solche nicht identifizierbar wäre. Auf lange Sicht sollte man selbstverständlich dann auch die leichteren Grade deutlich zurückdrängen. Bei den meisten Rassen ist es aus populationsgenetischer Sicht zunächst nötig, auch die Hunde in der Zucht zu belassen, die PL 1 oder gar 2 (Zwergspitz, Yorkishire Terrier etc.) haben, wobei diese dann nur mit PL-freien Partnern, deren Eltern ebenfalls Pl-frei sein sollten, verpaart werden dürfen. Ganz wichtig aber wäre es, auch Nachuntersuchungen im fortgeschrittenen Alter durchzuführen, um auch die veränderten schweren Befunde zu selektieren, damit diese sich nicht maskiert weitervererben können.
Wie es bei anderen Nicht-VDH-Verbänden gehandhabt wird, weiß ich nicht. Bei VDH-Vereinen müssen seit dem Jahr 2000 alle Zuchttiere von speziell ausgebildeten und zertifizierten Tierärzten auf PL untersucht werden. Die Vereine haben zum Teil unterschiedliche Selektionsmaßnahmen. Zum Teil werden nur PL 0/0 Hunde zur Zucht zugelassen, wobei das Mindestalter 12 Monate beträgt und keine Nachuntersuchung vorgesehen ist und somit kaum eine spätere Verschlechterung erfasst wird, z.T. wird für die Untersuchung ein Mindestalter von 15 Monaten verlangt, es werden auch PL 1- oder PL 2-Hunde (je nach Rasse) zugelassen, die dann aber nur mit Pl-freien Partnern verpaart werden dürfen, deren Eltern auch PL-frei sein müssen, zusätzlich wird eine Nachuntersuchung der PL 1–Tiere mit 3 Jahren gefordert.
Aufzucht
Neben dem Hauptmerkmal der Selektionsmaßnahmen muss der Züchter zum einen auf optimale Ernährung achten. Zur Ernährung möchte ich an dieser Stelle nur soviel sagen, dass meiner Ansicht nach naturbelassenes Futter in der richtigen Zusammensetzung jedes Fertigfutter übertriff, das in der Regel aus bis zu 80 % Getreide und Fleischmehlen obskurer Herkunft besteht. Welcher Wolf ernährt sich überwiegend vegetarisch? Eine solche Ernährung führt zu übermäßigem Schnellwuchs, was das gesamte Skelett negativ beeinflusst. Nicht Proteine (wie viele irrtümlicherweise annehmen), sondern Energie im Übermaß sind die Ursache für Skelettschäden, dies ist längst in vielen Studien nachgewiesen, wird aber leider in der Praxis nicht umgesetzt bzw. missverstanden. Und wenn man schon zu Fertigfutter greift, dann sollte man bei Zwergrassen solche Futter wählen, die einen hohen Anteil an „hochwertigem“ tierischen Protein und einen möglichst geringen oder gar keinen Anteil an Getreide jeglicher Art enthalten, die Energie/ Kohlehydrate sollten besser aus Gemüsen/Obst und Fett kommen. Ein Futter, das an erster Stelle Getreide nennt und erst an nachrangiger Stelle Fleisch, sollte man im Regal stehen lassen.
Zum anderen sollte der Züchter bereits für das richtige Maß an Bewegung sorgen. Weder eine Unterforderung, noch eine Überforderung ist anzustreben. Es ist wichtig, dass der Junghund genug Muskelgewebe bildet, da die Muskeln wenigstens dem Gelenk im Fall der Fälle Halt geben, wenn schon das Bindegewebe oder der Knochenbau zu schwach ist. Einer der stärksten Muskeln des Körpers, der Musculus quadriceps femoris, streckt das Kniegelenk. Er kommt vom Beckenbereich und setzt mit seiner Endsehne (Patellaband) am vorderen oberen Ende des Schienbeines an. Allerdings ist auch jede Überlastung des Welpen/Junghundes zu vermeiden, also kein hartes oder forciertes Training durch ständiges Stöckchen- und Ballwerfen oder Fangspiele, aber eben auch keine übertriebene Schonung. Stattdessen sollte dem Welpen/Junghund ermöglicht werden, sich ausreichend nach Lust und Laune zu bewegen und Herumzutoben möglichst mit gleichaltrigen Rassevertretern, da so die Kräfte zueinander passen, und bei Spaziergängen sollte die fünf-Minuten-Regel beherzigt werden, d.h. der Welpe/Junghund sollte pro Lebensmonat nicht mehr als 5 Minuten am Stück zügig laufen, danach eine längere Pause einlegen, bevor der Spaziergang fortgesetzt wird. Bleibt der Welpe/Junghund zurück oder legt er sich sogar hin, ist bereits das zumutbare Maß deutlich überschritten und sollte künftig beachtet werden. Wenige Treppenstufen, z.B. auf der Terrasse sind ok, jedoch täglich mehrfach mehrere Stockwerke tabu! Dies kann das gesamte Skelett schädigen. Außerdem sollte ein Welpe/ Junghund grundsätzlich niemals von Höhen runterspringen, die er nicht selbst ersprungen ist. Aber zu bedenken ist auch, dass die Höhe einer Eckbank bereits für viele Zwerghund-Welpen ohne Mühe zu erspringen ist, das entspricht nicht selten dem 3-4fachen seiner eigenen Größe. Man stelle sich vor, einen Schäferhundwelpen diese Entsprechung springen zu lassen. Mit Recht würde jeder Fachmann sagen, dass man da selbst Schuld trage, wenn es zu HD kommt. Um Schäden zu vermeiden, sollte man rechtzeitig Steighilfen vor Couch, Sessel etc. anbringen oder solche Höhen für Tabu erklären. Ein Läufer vor Couch, Sessel etc. ist bei rutschigen Böden immer angebracht. Rutschige Böden (Laminat, Fließen, Parkett) und harte Sprünge können zu Mikroverletzungen führen, die im Verdacht stehen in Folge bei Zwergrassen im fortgeschrittenen Alter leichte PL-Grade (1-2) hervorzurufen (http://www.offa.org/patluxgeninfo.html). OfA (Ortopedic Foundation for Animals), older animals with grade 1 and 2 luxations may exhibit sudden signs of lameness because of further breakdown of soft tissues as result of minor trauma or because of worsening of degenerative joint disease pain.
Diese Vermutung wurde allerdings bisher von deutschen Tierärzten nicht so gesehen und auch nicht weiter bestätigt, allerdings auch nicht erforscht. Als erworbene Patellaluxation wird bislang nur eine Luxation infolge schwerer Verletzung gewertet, die mit sofortigen heftigen Schmerzäußerungen verbunden ist und somit nicht unbemerkt erfolgen kann. Die Annahme einer erworbenen Patellaluxation aufgrund von Microverletzungen müsste meines Erachtens daher zunächst durch Nachzuchtkontrolluntersuchungen gefestigt sein, bevor man sich züchterisch auf eine bloße Annahme stützt und PL im fortgeschrittenen Alter züchterisch ignoriert, d.h. treten vermehrt PL-Fälle bei den Nachkommen auf, ist weniger von einer erworbenen als von einer genetischen Ursache auszugehen. Dennoch sollten Halter vorsorglich Überlastungen ihrer Hunde vermeiden.
Junghunde sollten nicht fett gefüttert werden. Ab der 12 Lebenswoche sollten sie zunehmend schlanker erscheinen, eher etwas zu dünn, als babyspeckig. Die Rippen sollten bei leicht aufgelegter Hand gut zu spüren sein, der Körper sollte sich straff und fest anfühlen und keinesfalls schwammig. Erst mit gut 2 Jahren ist der Körperbau in seiner Entwicklung abgeschlossen, bis dahin sollte man dem Hund keine Höchstleistungen bei Jogging, Frisbee, Flyball, Agilitymeisterschaften, am Radlaufen etc. abverlangen.
Vererbung
Doch auch wenn oben genannte Maßnahmen wichtig sind, um die Entstehung oder Verschlechterung von PL zurückzudrängen, so sind doch die Selektionsmaßnahmen, die der Züchter zu ergreifen hat, das A und O bei der bei Kämpfung der erblichen PL, denn die genetische Komponente ist mit ca. 50 % (h²) sehr hoch. In der Schweizer Studie der Universität Bern hat man für Papillons festgestellt, dass eine Heritabilität, also eine Erblichkeit von ca. h² vorliegt, was im Klartext bedeutet, dass 50 % genetischen Ursprungs sind, andererseits aber 50 % umweltbedingt. Dieser Erblichkeitsanteil ist im Vergleich zu anderen Erbkrankheiten sehr hoch (im Vergleich dazu liegt die Erblichkeit von HD nur bei ca. 25 % je nach Rasse) was gleichzeitig bedeutet, dass es auch sehr gut selektierbar wäre, wenn man denn nur die richtigen Selektionsmaßnahmen ergreifen würde und zwar unter Berücksichtigung der Veränderbarkeit der Befunde mit zunehmendem Alter. Im Gegensatz zur HD, wo man seit kurzem ein Hauptgen verantwortlich macht, ist bei PL nach den bisherigen Erkenntnissen der Experten nicht von einem Hauptgen auszugehen, sondern nach wie vor von einem polygenetischen rezessiven Erbgang mit Schwellenwertcharakter, wobei man nicht weiß, wie viele Gene beteiligt sind. D.h. man nimmt als Denkmodell an, dass die Patellaluxation nur dann auftritt, wenn auch der Partner die gleichen Gene weiter gibt, so dass es zu homozygoten Genpaaren unbestimmter Anzahl kommt und gleichzeitig ein unbekannter Schwellenwert
überschritten wird. Unter Schwellenwert versteht man, dass es einer bestimmten Anzahl homozygoter Genpaare bedarf, damit die Patellaluxation in Erscheinung tritt, wobei auch niemand weiß, welchen Wert die Schwelle hat. Z.B. könnten „hypothetisch“ 30 Gene für PL verantwortlich sein, der Schwellenwert könnte bei 20 liegen, das würde bedeuten, dass bei 19 gleichen Genpaaren noch keine PL hervorgerufen wird, obwohl 19 Genpaare im Tier angelegt sind, die PL auslösen könnten, sobald ein weiteres Genpaar hinzutritt, d.h. erst ab 20 Genpaaren träte PL in Erscheinung (die Zahlen sind willkürlich gewählt). Das erklärt dann auch, warum es mehrere Generationen ohne PL geben kann und plötzlich dann doch wieder ein PL-Fall in den Nachkommen auftritt.
Hätten wir nur noch Hunde, die nicht schlechter als PL 1 befundet wären, könnten wir uns wahrlich glücklich schätzen. Es ist also keinerlei Grund vorhanden, mit dem Finger auf Züchter zu zeigen, die Hunde mit PL leichten Grades in ihrer Nachzucht hatten, oder solche Hunde in der Zucht belassen, sofern diese tatsächlich auch im fortgeschrittenen Alter stabil bleiben und gewissenhaft verpaart werden. Denn nur so lässt sich bei den meisten Rassen der genetische Flaschenhals vermeiden, der gravierendere Erbkrankheiten unweigerlich mit sich bringen würde. Bei den meisten Rassen ist ein Züchter, der auch mit leichtgradiger PL züchtet nicht per se schlechter, als der, der nur mit PL 0 Hunden züchtet, den der erste trägt ebenso dazu bei, dass die Rasse gesund erhalten wird, indem er den genetischen Flaschenhals vermeiden hilft. Und ein Züchter, der auf Dauer striktest nur Pl 0 Hunde in der Zucht einsetzt, wird über kurz oder lang mit Inzuchtproblemen zu kämpfen haben (Literaturempfehlungen dazu: Wachtel, Stur, Eichelberg)
Es liegt also ein harter Weg vor uns Züchtern, der nur in gemeinsamer Arbeit zu meistern ist. Wir sollten uns nicht "nur" von “hochtypischen Köpfchen”, Fell und Farben blenden lassen und die offene und ehrliche Diskussion und Erfahrungsaustausch suchen, dann würde man feststellen, dass im Grunde jeder mit dem selben Problem kämpft und bräuchte sich gegenseitig kein Theater vorspielen.
Kein Grund zur Panik
Dem Käufer möchte ich empfehlen, keine Hysterie zu entwickeln, wenn er einen Hund mit leichter PL haben sollte. Ein Hund mit leichter PL hat in aller Regel keinerlei Probleme, er braucht in keiner Weise geschont werden. Bei hundegerechter Haltung (siehe dazu oben 6.2 Aufzucht) wird er damit ohne Probleme uralt werden. Selbst Hunde mit PL 2 und sogar mehr müssen selten operiert werden. Ich selbst habe eine Hündin mit 11 Jahren, die seit dem 4. Lebensjahr zunächst PL 1, dann 2, dann 3 hat. Sie läuft mit uns noch immer begeistert mehrere Stunden Wanderungen wie am Schnürchen, hat noch nie in ihrem Leben je ein Beinchen geliftet oder gehumpelt, noch Schmerzen gehabt.
Autor: Lorena Galanti, Artikel erschienen in Breeders Special 4/2006.
Labels: Wissenswert

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